Nun, es ist eine Frage des guten Tons. Ton ist jedoch ein schwieriger Terminus: Wir wissen alle, was er bedeutet, aber es ist wirklich schwer, ihn zu beschreiben. Ton ist die alles durchdringende Atmosphäre eines Ortes oder der generelle Eindruck, den Sie von irgendetwas erhalten. Ton ist bestimmt von den Gefühlen eines Autors über den Gegenstand seines Themas und der Stimmung, in der er/sie sich beim Schreiben befindet.
Ton in der gesprochenen Sprache Wenn wir reden, zeigen wir unsere Gefühle durch die Art, wie wir unsere Stimme einsetzen - wir können die Tonhöhe, Tempo und Intensität unserer Stimme verändern, um zu zeigen, ob wir ernst, sarkastisch, sympathisch oder heuchlerisch sind. Wie oft haben wir schon jemanden sagen hören, "In einem solchen Ton lasse ich nicht mit mir reden!"?
Ton in der geschriebenen Sprache Wenn wir schreiben, transportieren wir den Ton durch:
die Wahl unserer Wörter
die Länge und Struktur der Sätze
die Länge und Struktur der Absätze
die Interpunktion
die Reihenfolge der präsentierten Gedanken
das Format, das wir wählen, um unsere Gedanken zu kommunizieren
Schreiben für das Web Ob Sie Ihre erste Homepage schreiben oder Ihre Firmensite aktualisieren – Ihre erste Überlegung gilt dem Ton, den Sie mit Ihrer Site übertragen wollen. Welchen Eindruck wollen Sie vermitteln? Hier sind einige der vielen Möglichkeiten:
ZWANGLOSER STIL
gebrauchen Sie kurze Sätze und Absätze
benutzen Sie viele umgangssprachliche Ausdrücke
stellen Sie dem Leser Fragen
verwenden Sie Personalpronomen (ich, du, wir, uns)
wählen Sie lieber kürzere Wörter und Ausdrücke (besser "er ist ein stiller Mensch" als "er ist ein schweigsamer Gefährte")
vermeiden Sie das Passiv und schreiben im Aktiv (besser "denke daran zu ..." als "es muss daran erinnert werden, dass ...")
variieren Sie den Gebrauch der Interpunktion: Gedankenstriche (-), Fortsetzungspunkte (...), Ausrufezeichen (!), Semikolon (;) etc.
Ein zwangloser Stil wirkt freundlich, entspannt und persönlich - man fühlt, dass der Autor direkt zu einem spricht.
FORMELLER STIL
Sätze und Absätze sind länger und komplexer in der Struktur
Vokabular ist ebenfalls komplexer und spezialisiert (entsprechend des Themengegenstands)
Interpunktion ist förmlicher (hier ist kein Platz für Pünktchen und Striche)
passiver Stil kann eingesetzt werden (aber übertreiben Sie es nicht - es könnte zu unpersönlich werden)
Personalpronomen werden vermieden; im Gegensatz dazu wird "es", "man" und "sie" verwendet
Ein formeller Stil ist geschäftsmäßig, sachlich und zielgerichtet. Er ermöglicht dem Schreibenden die Konzentration auf das Wesentliche in seiner Aussage.
ÜBERZEUGENDER STIL
Gebrauch emotionaler Wörter (wie reagieren Sie auf diese Wortpaare: Heim - Hütte; Konfusion - Durcheinander; Arbeitslos - Almosenempfänger?) Durch Auswahl des treffenden Wortes ist es möglich, das Empfinden des Lesers auf Ihre Denkweise zu lenken.
Sätze und Absätze sind für gewöhnlich kurz gehalten
Gedanken sind sehr einfach organisiert - z. B. in zeitlicher Folge oder umgekehrt
vorsichtige Auswahl des Inhalts, um eine bestimmte Sichtweise zu präsentieren
Personalpronomen werden verwendet, besonders "uns" und "ihnen"
Überzeugenden Stil gebraucht z. B. die Werbebranche, um uns vom Kauf eines bestimmten Artikels zu bewegen bzw. zu überzeugen.
Sie sehen anhand dieser kurzen Beispiele, wie wichtig das Ausarbeiten des richtigen Tons für Ihre Website ist. Im Web haben Sie nur ein paar Sekunden, Ihre Leser zum Bleiben zu überzeugen - wenn diese einen positiven Eindruck erhalten, werden sie weiterlesen, wenn nicht ...
Werfen Sie einen Blick auf Ihre Homepage. Welchen Ton transportiert sie? (Schauen Sie auf die Wortwahl, Satzlänge, Interpunktion etc. und vergleichen Sie es mit der kleinen Liste oben.) Ist das der Ton, in dem Sie Ihren Leser ansprechen wollten? Wenn nicht, haben Sie jetzt ein paar Anregungen, wie Sie ihn verändern können.
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Christo Börner-Sipilä: Hauptberuflich arbeite ich für die Internet-, Grafik- und Screendesign-Agentur designfamily.de, zuerst in Frankfurt am Main, jetzt in Langenthal im Hunsrück. Neben Beratung, Planung und Konzepterstellung zur Entwicklung überzeugender Webauftritte sind meine Schwerpunkte Navigations- und Interface-Design, Informationsarchitektur und Usability.
Meine Kompetenz als Online-Autor zu diesen Themen ist von zahlreichen Instituten, Universitäten, Verbänden sowie in Fachpublikationen und eCommerce-Linksammlungen aus allen deutschsprachigen Ländern anerkannt.
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